Aller Anfang ist schwer im “Hans im Glück”

Veganer Burger und Pommes im "Hans im Glück"

Veganer Burger und Pommes im "Hans im Glück" (Foto: fs)

Mal ehrlich, so recht leuchtet uns wirklich nicht ein, was die Burgergrill-Kette “Hans im Glück” mit dem gleichnamigen Märchen zu tun haben will. Während der Märchen-Hans in vorbildlich buddhistischer Manier mit dem Schwinden seines Eigentums freier und glücklicher wird, will der Burger-Hans genau das Gegenteil – Gewinne erwirtschaften. Und das möglichst schnell, wie der Blick in die nicht gerade billige Speisekarte offenbart.

Aber dafür hat der Burger-Hans (Breite Str. 1 – 5, Lübeck) so einiges zu bieten: ein tolles Ambiente und – man höre und staune – einen (!) veganen Burger in seiner Karte. Gut, ein veganer Alibi-Burger zwischen lauter Fleischkollegen, könnte man jetzt lästern. Was hat so etwas auf Lübeck-vegan zu suchen?

Wir wollen ausnahmsweise mal Fünfe gerade sein lassen und werten diese eine vegane Burgervariante als Zeichen eines Anfangs. Sprich, da ist noch viel Luft nach oben und damit viel Potenzial für weitere vegane Burgervarianten. Und genau deshalb haben wir ihn mal probiert, den noch-Alibi-Burger des “Hans im Glück.”

Mit immerhin 7,60 Euro schlägt der vegane Burger ein recht kräftiges Loch ins chronisch schwindsüchtige Portemonnaie. Bei Mc Doof geht das billiger – dafür kann deren lieblos zusammengekleisterter Industriefraß höchstens als Nahrungsattrappe herhalten. Burger-Hans gibt sich schon Mühe mit seinen Speisen. Das beginnt mit der Auswahl des Brotes (Sauerteig, Mehrkorn), geht über frische Zutaten wie Tomaten, Salat und Sprossen und endet mit dem veganen Bratling. Und der hat es faustdick in sich – er schmeckt so verblüffend nach Fleisch, dass selbst eingefleischte Carnivoren (ha, ha…) keinen Unterschied schmecken dürften.

Ketzerische Frage: Warum verwendet Burger-Hans dann nicht ausschließlich vegane Bratlinge? Der ethische Gewinn wäre immens, und die Vorbildfunktion ein prima Aushängeschild für die Kette.

Wie dem auch sei, der vegane Burger war lecker und seine 7,60 Euro durchaus wert. Geschluckt hatten wir auch beim Preis der obligatorischen Burger-Pommes. 3,50 Euro will Burger-Hans dafür haben. Aber auch hier eine positive Überraschung: Anstelle der ranzig-fettigen Standard-Sättigungsbeilage landeten leckere dicke Kartoffelstreifen auf dem Teller.

Fazit: Dass aller veganer Anfang schwer ist, merkten wir schließlich daran, dass es für den Kaffee (noch) keine Sojamilch gab. Auch die Kaffeesahne-Döschen auf der Untertasse waren am Tisch zweier Veganer ein wenig fehlplatziert. Trotzdem, dass es im “Hans im Glück” immerhin eine vegane und sehr leckere Burger-Variante gibt, ist ein veganer Anfang. Bleibt zu hoffen, dass sich eine steigende Nachfrage nach veganen Produkten eines schönen Tages in der Speisekarte niederschlagen wird.

 

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4 Comments

  1. Das ist ja cool,muss ich probieren. Also ich persönlich bin ja froh über jeden Tipp und Alternative und mit immerhin einem Burger wird doch auf uns eingegangen. Ich finde das in Ordnung. Das ist nicht lächerlich. Das ist besser als gar nichts zu machen. Warum nicht alle Burger vegan sind? Weil die Mehrzahl der Menschen das nicht möchte,ganz einfach. Mit der Nachfrage steigt das Angebot. Geld verdienen will wohl jeder,ich auch.

  2. Danke für Eure Website.
    Dank ihr konnte ich ohne Probleme was leckeres finden, erst Mittagessen im Hans im Glück und danach ein lecker Eis.

    Ich wünsche Euch noch viel mehr leckere Alternativen! LG Dany, aus Stuttgart.

  3. Wir waren heute da. Ich hatte mir den Bürger “Seelenheil” im Menü mit Salat bestellt. Meine Frau hatte den “Weise Knolle” mit Pommes. Beide Burger sind das Beste was wir je auf dem Teller hatten. Dazu die leckeren Pommes und ein spitzen Salat. Volle Punktzahl!

  4. Super, dass ihr das hier aufgenommen habt – es ist zwar “nur” ein veganer Burger auf der Karte, aber der ist hammer lecker! und immerhin, besser als gar keiner, oder?

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