Café Affenbrot reloaded: Mäßiges veganes Angebot, mäßiger Geschmack

Das Café Affenbrot im Lübecker Werkhof

Das Café Affenbrot im Lübecker Werkhof (Foto: fs)

Das Café Affenbrot im Werkhof hat einen neuen Besitzer. Seit dem 1.März leitet mit Christian Fries der Gründer der Medeweder Mühlenbäckerei  (bei Schwerin) das vegetarische Restaurant. Grund genug für Lübeck-Vegan, dem Café Affenbrot mal wieder einen Besuch abzustatten und das vegane Angebot zu inspizieren.

Doch so ganz konnte uns vegane Küche des Café Affenbrot nicht überzeugen – da ist sowohl geschmacklich als auch angebotsmäßig noch Luft nach oben.

 

 

Überschaubares veganes Angebot

Mit dem Vegetarismus ist das so eine Sache. Nimmt man ethische Argumente gegen den Konsum tierlicher Produkte ernst, unterscheiden sich Vegetarier kaum von Fleischessern. Schließlich müssen auch für Milch und Eier Tiere leiden und sterben.

Von daher ist es zumindest zu begrüßen, dass das vegetarische Café Affenbrot einige explizit vegane Speisen in der Karte hat. Leider zählt die Rubrik “Vegane Gerichte” mit gerade mal vier Gerichten zu den kleinsten der Karte. Hier finden sich  Tofuburger (4,00 €), Grünkernbratlinge (7,00 € mit Salat, 8,00 € mit Kartoffelspalten), Falafel (8,50 €, mit Salat) sowie Tofubällchen (8,50 €, auch mit Salat).

Ansonsten versteckt sich noch das ein oder andere vegane Gimmick in den Weiten der Karte. Hierzu zählen insbesondere der Hummus mit warmem Fladenbrot (4,00 €) und die Pommes, die eigentlich fritierte Kartoffelspalten sind (3,00 €).

Unser Lob geht dabei an den Hummus, der zwar nicht ans arabische Vorbild heranreichte, dafür trotzdem eine sehr leckere Vorspeise abgab.

 

Irgendwie fade

Der Rest konnte uns dagegen weniger überzeugen. Als Hauptspeise bestellten wir jeweils den Tofuburger, dazu Pommes als Beilage – Claudia eine, ich wie immer eine doppelte Portion. Und hier gab es die erste unschöne Überraschung: Die doppelte Portion war zwar doppelt so teuer, aber nicht doppelt so groß, wie die einfache Portion. In der nur wenig größeren Schale räkelten sich nur ein paar müde Spalten mehr.

Überhaupt Spalten, bei den Pommes handelt es sich nicht um die üblichen länglichen Kartoffelstäbchen, sondern um große Kartoffelspalten mitsamt Pelle. Was im Grunde kein Problem ist, wären sie vernünftig gewürzt und vor allem durch-fritiert. Unsere Spalten hätten noch gut und gerne etwas mehr Zeit im Ölbad vertragen.

Auch der Tofuburger überzeugte nicht wirklich. Hier mussten wir zum Salzstreuer greifen, um dem faden Gebilde etwas mehr Geschmack zu verleihen. Beim Sezieren der  Tofubällchen des Burgers fiel uns auf, dass sie mehr Füllmaterial als Tofu zu beinhalten schienen. Wie dem auch sei, irgendwie hatten wir die Tofuburger und Kartoffelspalten als leckerer in Erinnerung.

 

Die Zeichen der Zeit

Der Veganimus ist immer mehr am Kommen. Weder Gastronomie noch Einzelhandel werden in Zukunft an dieser gesunden und ethisch korrekten Lebens- und Ernährungsweise vorbeikommen. Von daher ist es für ein vegetarisches Restaurant schon ein wenig bescheiden, nur vier vegane Gerichte zu führen. Die Zeichen der Zeit sprechen eindeutig eine andere Sprache. Aber vielleicht ändert sich demnächst ja die Zusammensetzung der Karte im Café Affenbrot. Und wenn, dann werden wir berichten!

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