Wochenspiegel – nicht mehr für Veggies

Wochenspiegel

Der Salat als letzte sozial tolerierte Bastion des Fleischlosen soll wohl auch für Carnivoren interessant werden...

Viele von uns fischen ihn mittwochs und samstags aus dem vollgestopften Briefkasten: den Wochenspiegel. Wir auch wieder, seitdem unser Bitte-keine-Reklame-Schildchen abgefallen ist. Nun ist das bunte Anzeigenblatt nicht gerade der Hort eines hochwertigen Journalismus. Nicht mal annähernd. Doch trotzdem, ab und an gucke ich mal rein.

So auch heute. Der uninteressante Lokalkram war schnell überflogen, doch auf Seite sechs blieb ich hängen. Drei Salatrezepte waren dort abgedruckt, darüber die fette Überschrift “Nicht nur für Veggies.”

Ich stutze und las genauer. Und tatsächlich: Rezept eins war ein Rindfleischsalat, Rezept zwei beinhaltete Leichenteile von Thunfischen, nur das dritte begnügte sich mit Hühnereiern.

Mehr

Pferdefleisch, Schweinefleisch, Hundefleisch oder Nachbars Oma?

Derzeit bewegt mal wieder ein Skandal die Fleischesser der Republik: Nicht deklariertes Pferdefleisch wurde in Lasagne und anderem Fabrikfraß gefunden. Nichts übermäßig Ungesundes für den Verbraucher, zumindest im Vergleich zu den üblichen Lebensmittelskandalen. Und trotzdem versetzt der Etikettenschwindel die omnivore Welt in helle Aufregung. Dabei sollten die Fleischesser doch langsam daran gewöhnt sein, von der Fleischindustrie verschaukelt zu werden. Und ganz ehrlich: Sie haben es auch nicht anders verdient.

Denn wer zu Schnäppchenpreisen sein tägliches Fleisch auf dem Teller sehen will, muss bewusst in Kauf nehmen, betrogen und schleichend vergiftet zu werden. Schließlich halten sie mit ihrer Nachfrage nach Billigfleisch das perfide System der tierquälerischen und Ressourcen vernichtenden Fleischindustrie am Leben. Denn damit diese bei der Produktion von Billigfleisch noch genügend Profite erwirtschaften kann, muss tief in die Trickkiste gegriffen werden – von schlimmsten lebensverachtenden Haltebedingungen über den verantwortungslosen Einsatz von Chemie und Medikamenten bis hin zu grausamsten Tiertransporten und Schlachtvorgängen.

Mehr