PolitPost Oktober 2013: Wer wählt das denn?

Frank Spatzier, Anfang Oktober 2013

Frank Spatzier, Anfang Oktober 2013 (Foto: fs)

Ich für meinen Fall schaue kein Fernsehen. Doch ab und zu vertreibe ich mir die Zeit auf der Toilette, indem ich in einer Fernsehzeitschrift blättere. Vor allem beim Programmangebot der Privatsender frage ich mich immer wieder, wer denn diesen Mist guckt. Irgendwer muss sich den TV-Müll doch reinziehen, sonst würde man ihn kaum produzieren. Und ich ahne schon, dass die Zahl der Müllgucker nicht klein sein dürfte.

Ähnlich ging es mir mit der Bundestagswahl Ende September. Als ich abends die erste Hochrechnung zu Gesicht bekam, stellte ich mir eine ähnliche Frage: Wer zum Henker wählt denn diesen Müll? Gemeint ist damit freilich Merkels CDU, der das deutsche Wahlvolk ein stattliches Ergebnis beschert hat. Gut, das Totalverkacken der FDP hat mir ein breites Lächeln ins Gesicht getrieben. Und auch, dass DIE LINKE immerhin drittstärkste Kraft im Bundestag ist, zählt zu den eher guten Nachrichten.

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PolitPost September 2013: Fleisch ist Freiheit…

fsp

Politische Symbole unterstützen die Kreativität (Foto: cs)

Menschen sind nicht immer mit Klugheit gesegnet. Menschen sind mitunter sogar strunzdumm, wovon man sich mit einem kurzen Blick in eine Tageszeitung schnell überzeugen kann. Zurzeit herrscht ja Wahlkampf, und da wird besonders viel Blech geredet und gerne auch gelogen. Kanzlerin Merkel zog es sogar zur Eröffnung der Fahrradmesse Eurobike nach Friedrichshafen, wo sie vorgab, sich für den Fahrradverkehr zu interessieren. Die Oberen des ADFC Bundesverbandes, allen voran Vorsitzender Syberg, gingen der Merkelschen Heuchelei prompt auf den Leim und merkten nicht einmal, dass sie der Ollen einen prima Wahlkampfauftritt beschert hatten.

Wissen Sie übrigens, warum die oberste Trockenpflaume der CDU bei den Leuten so gut ankommt? Weil die sich mehrheitlich nicht für Politik interessieren. Mal ehrlich, wer seine Entscheidung von Wahl-o-maten und TV-Duellen abhängig macht, dem gehört wegen Unmündigkeit das Wahlrecht entzogen. Und in der Tat ist der Hauptgrund für Merkels Erfolg ihre dröge Erscheinung. Mit ihren Hänge-Mundwinkeln, ihrer Omafrisur und ihren ranzigen Klamotten sieht sie aus, wie der Archetypus der urdeutschen Spießer-Hausfrau. Der Durchschnittsdeutsche erkennt sich in ihr wieder, hält sie daher für solide, grundehrlich und fleißig, macht sein Kreuzchen und wundert sich hinterher, wenn noch mehr deutsche Waffen in Schurkenstaaten exportiert werden.

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PolitPost August 2013: Willkommen im Totalitarismus!

Demokratie und Bürgerechte waren einmal – ein neuer Totalitarismus steht vor der Tür. Seine Kennzeichen: eine zünftige Ideologie, Totalüberwachung, staatliche und ökonomische Repression, Gleichschaltung der Medien, politische Verfolgung sowie Propaganda und Orwell‘sches Neusprech. Ich übertreibe? Wohl kaum. Am aktuellen NSA-Abhörskandal lässt sich prima ablesen, wie schlecht es bereits um die demokratischen Standards bestellt ist.

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