Eine kleine Diskussion zum Thema Abolitionismus und Haustiere

In unserem Beitrag “Was ist das: Abolitionismus?” haben wir auch die Haltung von Haustieren als ethisch nicht zu rechtfertigende Ausbeutung bezeichnet.

Bei unserem Leser Michael warf diese Einschätzung Fragen auf, die er uns in einem Kommentar stellte. Weil das Thema zum einen sehr wichtig und der Kommentar zum anderen sehr ausführlich ist, wollen wir diese kleine Diskussion nicht in den unsichtbaren Tiefen der Kommentarfunktionen versanden lassen, sondern widmen ihr einen eigenen Beitrag.

Lesen Sie im Folgenden Michaels Kommentar und unsere Antwort. Weitere Kommentare sind gerne gesehen!

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Artgerechte Tierhaltung? Kann es nicht geben!

artgerecht

Aufkleber zur Legitimation von Ausbeutung, Leid und Tod. (Foto: fs)

Die Tierschutzbewegung hat ein Problem: Ihre Moral ist so verkürzt, dass sie sich prima zur Legitimation von Qual, Misshandlung und Tod von Abermillionen leidensfähiger Lebewesen eignet. Ähnliches gilt für das Märchen von der “artgerechten” Haltung oder Biohaltung.

Denn artgerecht ist für Lebewesen nur eine selbstbestimmte Existenz ohne Ausbeutungs- und Eigentumsverhältnisse. Auch das angeblich artgerecht gehaltene Bio-Hühnchen dient der Ausbeutung durch den Menschen. Es lebt unter aufgezwungenen Bedingungen zu einem aufgezwungenen Zweck. Doch in der öffentlichen Darstellung werden diese Haltungsformen immer als gut, gerecht, fair oder sonstwie erstrebenswert dargestellt. Doch letztlich dienen sie nur dazu, Leid, Qual und Tod hoffähig machen.

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Was ist das: Abolitionismus

Auch diese Schafe sind Eigentum und werden ausgebeutet

Auch diese Schafe sind Eigentum und werden ausgebeutet (Foto: fs)

Fach- und Fremdwörter sind vielen ein Graus. Doch ganz ohne geht es nicht – vor allem dann, wenn sich dahinter etwas Wichtiges verbirgt. Abolitionismus ist so ein Wort. Es kommt oft in Verbindung mit Veganismus vor, und hier speziell mit der ethischen Frage nach Tierrechten.

Der Begriff Abolitionismus kommt aus dem Englischen. “Abolition” heißt übersetzt soviel wie Abschaffung, und Abolitionismus wird damit zu einer Forderung nach der Abschaffung von etwas. Früher ging es um die Abschaffung der Sklaverei, heute ist damit die Abschaffung der Ausbeutung nichtmenschlicher Tiere gemeint.

Gefordert wird dabei die totale Abschaffung, und nicht nur eine schrittweise Verbesserung der Ausbeutungsbedingungen (letzteres wäre dann der Reformismus, um ein weiteres Fremdwort zu benutzen.) Die totale Abschaffung der Ausbeutung schließt dabei auch das Halten von Haustieren ein.

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Liebe Fleischesser, warum tut ihr euch so schwer mit veganem Fleischersatz?

Wir Veganer beantworten gerne  Fragen zu unserem Lebensstil. Und das natürlich auch mit dem Hintergedanken, durch Aufklärung zu überzeugen. Eines geht uns aber immer öfter auf den Keks: Wenn Fleischesser vorwurfsvoll Fragen stellen wie “Aber warum braucht ihr Fleischersatzstoffe, die so schmecken und aussehen, wie Fleisch?” Das Ganze meist vorgetragen mit einer gewissen Angriffslust und Häme.  So, als ob der Carnivore einen Trumpf in der Hand hielte, mit dem er den Veganer listig der Inkonsequenz überführt hätte.

Selbstverständlich sind vegane Fleischersatzprodukte weder inkonsequent noch amoralisch. Im Gegenteil, sie sind sogar sehr sinnvoll. Für alle Fleischesser, die das nicht so sehen, haben wir einen offenen Brief formuliert.

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Zynische Sandkastenphilosophie einer kleinen Farm: Die Wurst mit Gesicht

Die Internetmetzgerei Meine kleine Farm aus Berlin / Brandenburg hat eine Mission: Sie möchte Fleisch “ein Gesicht” geben und damit zu einem bewussteren Fleischkonsum beitragen.  Dazu stellt sie Schweine in possierlicher Pose im Internet vor. Per Mausklick kann der Käufer dann Fleischartikel bestellen, zu denen die netten Schweinchen verarbeitet wurden.

Doch ob das Karma der fleischliebenden Verbraucher dadurch besser ausfällt, wie die fröhlich aufgemachte Website scheinheilig verspricht, darf bezweifelt werden.  Im Gegenteil: Ihren Betreibern und deren Kunden dürfte eine besonders deprimierende Wiedergeburt bevorstehen. Ersteren wegen gewissenlosem Zynismus, letzteren wegen pervertiertem Konsumverhalten.

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Pervertierte Tierliebe

Gruselkabinett Tiernahrungs-Regal

Gruselkabinett Tiernahrungs-Regal

“Kaninchen mit Herz”, “Truthahn in Gelee” oder “Rind mit Leber” – der Blick ins Tiernahrungs-Regal im Supermarkt muss jeden Tierfreund erschaudern lassen. Denn die Bandbreite an Lebewesen ist riesig, die in den Dosen-Gruselkabinetten von Whiskas, Chappi und Co. landen. Doch damit nicht genug: Der sortierte Einkaufsladen hält oft zusätzlich getrocknete Schweineohren oder ähnliches Leichengefleddere für Hassos Kaugelüste parat.

Tierfreunde sind es also ganz bestimmt nicht, die ihrem Wuffi oder ihrer Miezi diese perversen Grausamkeiten in die Näpfe kleistern – obwohl sich die meisten dafür halten mögen. Doch weil sie – in wunderbar speziezistischer Manier – sogenannte “Haus-” und “Nutztiere” unterscheiden, verschwenden sie keinen Gedanken an ihr Tun. Und schon garnicht an die Widersprüchlichkeit, die darin verborgen ist.

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Was ist das: Speziezismus?

Der Mensch als „Krone der Schöpfung“ – hartnäckig hält sich diese Aussage in den Köpfen vieler Menschen und rechtfertigt ihr Handeln. Abgeleitet wird sie aus bronzezeitlichen Überlieferungen aus Vorderasien, die als „Altes Testament“ in der „Bibel“ zusammengefasst sind. „Macht euch die Schöpfung Untertan“, heißt es dort. Und das hat der Mensch mit steigender Perfektion stets zu tun gewusst.

Doch im moralischen Zentrum der Ausbeutung natürlicher Ressourcen steht die Vorstellung von der Höherwertigkeit bestimmter Spezies gegenüber anderen. Der Mensch ist besser als sein verhätschelter Schoßhund, der Schoßhund wiederum höherwertiger als die Katze des Nachbarn und alle zusammen sind höherwertiger als das geschundene Schwein, das im engen Stall des Biobauern seiner elenden Schlachtung entgegenleidet.

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Die vier Säulen des Veganismus

Veganismus ist kein kurzfristiger Lifstyle oder eine vorübergehende Modeerscheinung. Veganismus hat auch nichts mit Esoterik zu tun. Die Entscheidung, vegan zu leben, fußt vielmehr auf einer Reihe gründlich und wissenschaftlich untermauerter Überlegungen. Diese haben vier Dimensionen und beschäftigen sich mit folgenden Fragestellungen:

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