Deutscher Tierschutzbund macht quälerische Massentierhaltung hoffähig

Ein toller Verein, der Deutsche Tierschutzbund. Als Dachorganisation der Tierschutzvereine und -heime möchte er dem Missbrauch von Tieren “wirkungsvoll entgegentreten” (Eigendarstellung). Ganz engagiert werden auf seiner Website jede Menge Missstände angeprangert, die es zu beheben gilt.

Vom Artenschutz über den Kampf gegen Tierversuche bis hin zur rechtlichen Besserstellung von Tieren sieht das Programm des Vereins eigentlich ganz manierlich aus. Auch ist man gegen Massentierhaltung, quälerische Tiertransporte und fordert eine “möglichst schonende Schlachtung.”

Ein unüberlegt zynischer Satz, der aber zeigt, was das Gerede des Tierschutzbunds wirklich wert ist: wenig bis nichts. Oder wie ist es zu erklären, dass er gemeinsam mit den Giganten der Massentierhaltung VION und Wiesenhof ein sogenanntes Tierschutzlabel erarbeitet hat, das den ausgebeuteten Tieren praktisch nichts nützt?

Im Gegenteil: Indem es die lebensverachtenden Praktiken dieser Konzerne hoffähig macht, können diese munter weiter betrieben werden.

 

Greenwashing als einseitiges Geschäft

Greenwashing  nennt man den Versuch von Unternehmen, ihr schädliches und verantwortungsloses Tun in der Öffentlichkeit positiv erscheinen zu lassen. Oft handelt es dabei um mehr oder weniger plumpe PR-Methoden wie etwa das Umfärben des Firmenlogos in Grün (Mc Doof) oder einem “grünen Energieriesen” im Werbespot von RWE.

Ein wenig geschickter ist es, wenn sich gemeinschädliche Unternehmen mit Vereinen oder Verbänden zusammentun, die für Nachhaltigkeit oder Verantwortungsbewusstsein stehen. Ein in aller Regel einseitiges Geschäft, denn profitieren dürfte stets das “grüngewaschene” Unternehmen. Wogegen der Verein für ein paar Kröten auf den Konten seiner Oberfunktionäre seine Glaubwürdigkeit ins Klo schütten kann.

 

Deutscher Tierschutzbund in einem Boot mit den Schlachtgiganten 

So geschehen Ende Januar beim Deutschen Tierschutzbund. Da präsentierte dieser ach so saubere Verein ein “Tierschutzlabel für mehr Tierschutz”, das er zusammen mit den Schlachtgiganten VION und Wiesenhof ausgekungelt hat.

Wer sich mit den Granden der Massentierhaltung einlässt, darf sich vorwerfen lassen, käuflich zu sein. Kein Wunder also, dass das sogenannte Tierschutzlabel in erster Linie den Gewinninteressen der Konzerne dient. Selbstverständlich müssen da die vitalen Interessen der ausgebeuteten Tiere hintanstehen.

So ist es in der Einstiegsstufe des Tierschutzlabels z.B. akzeptabel, wenn in Massentierhaltungen drei Strohballen für 2.000 Hühner als “Beschäftigungsangebot” bereitstehen. Auch scheint es der Tierschutzbund für sein Label für vertretbar zu halten, wenn 10% der Masthühner nicht mehr gehen können.

Bei den Mastschweinen sieht es nicht anders aus. Auch bei diesen armen Lebewesen ändert das Label kaum etwas an den grausamen Haltebedingungen. Der Tierschutzbund hat an engen Kastenständen für Zuchtsauen und engen Betonbuchten mit kotbeschmierten Spaltenböden wenig auszusetzen. Da reicht auch schon eine offen vergitterte Stallseite, um einen ausreichenden “Kontakt zum Außenklima” herzustellen. Selbst in der Premiumstufe des Pseudo-Labels ist Freilauf Fehlanzeige – wäre ja auch zu teuer für die armen Massentierhalter.

 

Wie Massentierhaltung hoffähig gemacht wird

Wenn das “Tierschutzlabel für mehr Tierschutz” schon den Tieren nichts bringt, wozu dann der ganze Aufwand? Zugegeben eine dumme Frage. Denn die Absicht hinter der Aktion ist mehr als durchsichtig. Da hat sich ein Tierschutzverein benutzen lassen, die Massentierhaltungs-Industrie beim Verkauf ihrer Produkte zu unterstützen.

Denn das Label suggeriert dem Käufer, er halte ein besonders art- und tierschutzgerechtes Produkt in den Händen. Und der greift sicher besonders gerne ins Kühlregal, wenn der Deutsche Tierschutzbund sein Okay dafür gegeben hat. Wenn sich aber an den perfiden Haltebedingungen der Tiere nichts wesentliches ändert, wird die quälerische Massentierhaltung nur gefördert. Das könnte man auch Täuschung oder Betrug am Verbraucher nennen. Oder auch Verrat an den eigenen Ideale.

Indem der Deutsche Tierschutzbund gemeinsame Sache mit den Konzernen VION und Wiesenhof macht, wird er zum Erfüllungsgehilfen dieser Schlacht- und Quälgiganten. Er macht ihre widerlichen Mästmethoden und das damit verbundene Leid sowie den Tod von Abermillionen Tieren hoffähig.

 

Pfui, Deutscher Tierschutzbund

Das alles klingt kaum danach, dem Missbrauch von Tieren wirkungsvoll entgegentreten zu wollen. Letzterer wird billigend in Kauf genommen, damit befreundete Konzerne Image und Profite aufpolieren können.

Wir von Lübeck-Vegan meinen, dass sich ein solcher Verein nicht nur überflüssig, sondern auch schuldig macht. Wer sich in den Dienst der Interessen der Fleischindustrie stellt, hat mit Tierschutz nichts mehr am Hut. Vielleicht sehen wir seinen fleischgesichtigen Präsidenten Thomas Schröder ja bald als PR-Berater zu Wiesenhof wechseln. Wundern würde es uns nicht…

 

Video zum Thema:

Report Mainz

 

 

 

 

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