Die lieben Angler

angelplatz

Und doch: Fische spüren Schmerzen!

Sie kauern, stehen oder sitzen an den Ufern von Gewässern. Oft tragen sie Olivgrün oder Camouflage, weil sie sich dann wohl cooler, mächtiger oder männlicher vorkommen. Ihre Tätigkeit: Mithilfe einer Angelroute werfen sie einen angeseilten Köder ins Wasser, der mit einem versteckten Widerhaken versehen ist. Nun muss gewartet werden, bis ein armes Wassertier den Köder für Nahrung hält und hineinbeisst.

Dieses Anbeissen ist der Moment, dem der Angler (oder auch die Anglerin) entgegenfiebert. Der Moment also, in dem sich der Fisch schwer verletzt, weil er sich den versteckten Angelhaken in den Kiefer gerammt hat. An einem Schwimmer erkennt der Angler nun die Qual des Tieres und vergrößert sie noch, indem er es mit der Angelleine aus dem Wasser zerrt. Dann reisst der Angler dem Fisch den Haken aus dem Maul und wirft ihn entweder zurück ins Wasser (Catch & Release) oder tötet ihn mehr oder weniger fachgerecht, um ihn später zu essen.

Klingt nach schwerer Tierquälerei? Ist es auch – obwohl Angler und ihre Lobby nicht müde werden zu behaupten, das würde den Fischen doch garnicht weh tun und sei gut für die Bestände. Doch nicht nur der gesunde Menschenverstand, sondern auch wissenschaftliche Erkenntnisse kommen zu ganz anderen Ergebnissen.

Waidmännisches Quälen und Töten

Menschen, die sich mit Leidenschaft dem Jagen und Töten anderer Lebewesen befassen, haben ihre eigene Terminologie und Logik. Da wird zum einen gerne die Mär verbreitet, ihr Tun diene der Hege und Pflege der Fauna. Klar, dass man sich dann auch die Früchte der Natur einverleiben dürfe – gewissermassen zur Belohnung. Die andere Mär will uns weismachen, dass waidmännisch gejagte, gefangene und getötete Tiere kaum Schmerzen erfahren. Nun ja, ob man einem Jäger nun waidmännsich eins überzieht oder nicht – das Ergebnis ist jeweils dasselbe: Schmerz, Verletzung oder sein Ableben.

 

Exkurs: Die waidmännische Sprache als Mittel der begrifflichen Verharmlosung 

Interessant in diesem Zusammenhang ist übrigens die waidmännische Sprache. Hier kommen allerlei abstruse Begrifflichkeiten zum Einsatz, die vor allem eine psychologische Funktion haben: Sie dienen der Schaffung einer besonders großen speziezistischen Distanz zu den gejagten Lebewesen und mindern damit die Hemmschwelle zum Quälen und Töten.

Das Wild (begrifflich eine technoide Abstraktion fühlender Lebewesen, die sich nicht in der direkten Gewalt von Menschen befinden) isst nicht etwa (das tun nur humanoide Tiere), und es frisst auch nicht (dieser Begriff ist den sog. Haustieren vorbehalten). Nein, das Wild ästwomit eine große begriffliche Distanz zur menschlichen Nahrungsaufnahme hergestellt wird. Damit wird verschleiert, dass die Ernährung eine physiologische Notwendigkeit ist, die allen Lebewesen gemeinsam ist.

Besonders deutlich wird diese verharmlosende und technisierende Funktion der waidmännsichen Sprache, wenn es ans Töten geht. So zeichnet ein Tier als Reaktion auf eine Schussverletzung – es windet sich nicht etwa vor Schmerzen oder gerät deshalb in Panik, nein, es zeichnet. Verharmlosung par excellence, denn der Begriff verhindert eine Auseinandersetzung des Jägers mit den Schmerzen als Folge der schweren Verletzung des Tieres – letztere mutwillig verursacht durch den Jäger.

Bevor es schließlich verendetendet der Todeskampf des Tieres mit seinen letzten Zuckungen – es schlegelt, sagen seine professionellen Peiniger dazu. Doch auch bei der weiteren Verarbeitung der Tierleichen kommt die Verharmlosungssprache zum Einsatz. Natürlich schlitzen die Schlächter ihre Opfer nicht einfach auf, um ihnen die Eingeweide herauszunehmen – das klänge ja allzu blutrünstig und grausam. Nein, die wackeren Waidmänner brechen das Wild auf, um das Gescheide zu entnehmen. Neusprech ganz im Orwell’schen Sinne, um das, was man wirklich tut, sprachlich zu maskieren. 

 

Waidmännisch töten = besseres Töten?

Doch wieder zurück zu unseren Fischen. Angler betonen gerne, dass sie qua Ausbildung (=Angelschein + irgendwelche Lehrgänge) in der Lage seien, Fische nur aus vernünftigem Grund zu fangen und dabei nicht unnötig leiden zu lassen.  Ein Widerspruch in sich. Denn welche vernünftigen Gründe sollte es für Leute im reichen Deutschland geben, Fische zu fangen? Ohne Hungersnot bleiben nur noch Dinge wie sportlicher Spass, Geselligkeit, Unterhaltung oder ähnliches übrig. Vernünftig klingt nichts davon.

Auch mit dem unnötigen Leiden ist das so eine Sache. Denn der Ausdruck impliziert ja, dass es ein nötiges Leiden gibt. Ein nötiges Leiden also, um dem Tier Mensch seinen sportlichen Spass durch Verletzen und Töten eines anderen Tieres zu ermöglichen. Auch waidmännisch hervorgerufene Schmerzen sind Schmerzen, und waidmännisch getötete Lebewesen sind tot.

Nebenbei bemerkt, führen Angler wie alle anderen Jäger immer wieder gerne an, ihr Tun diene der Regulation der Tierbestände. Nun hat diese schon Abermillionen Jahre vor dem Auftauchen des Menschen funktioniert auf der Erde. Wenn also etwas reguliert werden muss, dann höchstens im Sinne menschlicher Interessen. Mehr braucht zu dieser sehr beliebten Pseudolegitimation von Jagdtätigkeiten nicht gesagt werden.

 

Fische haben ein Schmerzempfinden!

Warum auch sollten sie keins haben? Schließlich dienen Schmerzen dazu, Lebewesen vor Verletzungen zu schützen und ihnen Krankheiten oder Fehlfunktionen anzuzeigen, um Vermeidungshaltungen oder Gegenmaßnahmen einzuleiten. Menschen ohne Schmerzempfinden haben meist ein sehr kurzes Leben, weil sie Verletzungen nicht spüren. Warum also sollten ausgerechnet Fische keinen Schmerz empfinden?

Wahrscheinlich deshalb, weil Fische ihren Schmerz nicht äußern können. Sie sind sind stumm und können nicht schreien, wie die meisten anderen Lebewesen. Auch scheinen sie als Wassertiere dem Menschen so sehr entfernt, dass bei ihnen einfach alles anders sein muss. Und da man ja doch so gerne angelt, glaubt man dann einfach, dass es dem Fisch garnichts ausmacht, sich einen Haken in den Kiefer bohren zu lassen und daran aus dem Wasser gerissen zu werden.

Forscher haben bestätigt, dass im Körper von Fischen bei Verletzungen Betäubungssubstanzen (Endorphine) ausgesendet werden, um Schmerzen zu lindern.  Auch (ethisch nicht akzeptable) Tierversuche deuten dringend auf das Schmerzempfinden von Fischen hin: Forellen, denen Essigsäure in die Lippen gespritzt wurde, rieben ihre Lippen an den Aquariumswänden und zeigten ein deutlich abweichendes Verhalten.

Angesichts dieser Erkenntnisse wird gerne argumentiert, der Fisch verspüre dann eben einen Fisch-spezifischen Schmerz, der mit dem des Menschen nicht verglichen werden könne. Eine recht vermessene Ansicht, denn auch für den Fisch ist “sein” Fisch-spezifischer Schmerz ein leidvolles Empfinden, von dessen Ausmaß sich kein Angler der Welt eine Vorstellung machen kann. Wenn wir es also nicht besser wissen, muss immer davon ausgegangen werden, dass das Lebewesen schlimmstenfalls immense Qualen erleidet.

 

Fazit: Angeln ist unnötige Tierquälerei

Für Menschen aus reichen Industrieländern gibt es schlichtweg keine vernünftigen Gründe, Fische zu fangen und zu töten. Bleiben also nur ethisch unzureichende Motive wie Spass, Hobby, Selbstverwirklichung oder ähnliches. All das rechtfertigt es keinesfalls, anderen Lebewesen Leid zuzufügen oder sie zu töten. Und anzunehmen, Fische hätten kein Schmerzempfinden, ist hochgradig naiv.

Also weg mit den Angeln! Flüsse, Seen und Meere lassen sich auch auf friedliche Weise nutzen.

 

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10 Comments

  1. Marc aus Schaumburg

    Achso, also der Fisch den die Industrie uns beschafft ist natürlich besser. Der ist einfach so ins Netz gegangen…

    Man kann es sich auch sehr einfach machen Herr Spazier. Ob Fische nun Schmerz empfinden oder nicht ist für mich absolut zweitrangig. Ich esse gerne Fisch und Pilze. Warum kaufe ich z.B. die Pilze nicht im Supermarkt sondern gehe diese im Wald suchen? Weil ich so einen schönen Waldspaziergang mit dem aufsuchen FRISCHER Pilze verbinden kann und meinen Kindern noch zeigen kann wo diese eigentlich herkommen. Und auf einmal hat man ein ganz anderes Gefühl zu seiner Nahrung- wenn man sie nämlich selbst sucht! Gleiches gilt für das Fischen.

    Ein selbst gefangener Fisch befriedigt mich nicht weil ich “Macht” über ihn ausüben will- dies ist eine typische Unterstellung der ach so friedvollen Veganer gegenüber den “steinzeitähnlichen Jägern” wie mir.
    Ich will wissen wo mein Fisch herkommt, welche Mühe es gemacht hat ihn zu fangen. Und so kaufe ich keinen Fisch aus irgendwelchen Massen- Schleppnetzen aus dem Supermarkt und schmeiße irgendwann die Hälfte weg. Nein, so esse ich nur 4-5 Mal im Jahr den Fisch, den ich mit selbst geangelt habe. MEHR BIO GEHT NICHT!

    Und außerdem verhalte ich mich gewiss nicht so wie es oftmals von Menschen “ihrer Sorte” beschrieben wird. Ich schmeisse keinen Müll am Wasser rum und “Catch & Release” kommt für mich ohnehin nicht in Frage. Das ist ohne Zweifel Tierquälerei.

    Achso: Haben Sie eigentlich schon mal einen Samstag Vormittag an einer Aufräumaktion bei einem heimischen öffentlichen Gewässer teilgenommen? Macht mal als Vereinsangler übrigens mehrfach im Jahr, denn all die Spaziergänger und Schwarzangler (Ohne Schein) können sich nicht benehmen… dabei habe ich übrigens auch schon mal ne Packung Tofu- Bratwürste gefunden! Schönen Dank, ihr naturverbunden, tierliebenden und misanthropischen Veganer!

    • Vielen dank besser hätte man es nicht schreiben können.
      So und jetzt rufe ich zur einer neuen Modeerscheinung auf “Lasst die Pflanzen leben denn diese sind die Nahrung für unser Essen”ihr drecks Veganer merkt wirklich echt nix mehr kommt mal klar in euerer Welt…Denn seit millionen von von Jahren heißt es fressen oder gefressen werden und was spricht da gegen wenn man den einen oder anderen Fisch oder das eine oder andere Steak isst.ps ich esse weiterhin meinen Fisch den ich selber fange oder esse Fleisch das ich mir beim Schlachter etc. kaufe also viel Spaß euch Veganern beim Salat fressen bei euch scheint einiges im Kopf schief gelaufen zu sein

  2. Lieber Marc aus Schaumburg,

    da haben Sie wohl so einiges falsch verstanden. Hier geht es um Veganismus – also um eine Lebensweise, die anderen Lebewesen möglichst kein Leid zufügen möchte. Ganz klar gehört die Fischindustrie zu den schlimmsten Verursachern von Leid unter fühlenden Lebewesen.

    Aber auch der Angler, der sich 4 – 5 Mal im Jahr seinen Fisch irgendwo herauszieht, quält und tötet Lebewesen. Das ist keine Frage der Quantität sondern der Qualität.

    Oder überspitzt formuliert: Ist es für Sie dann auch in Ordnung, ab und an mal einen ausgewählten Menschen zu foltern und zu töten, organisierten Massenmord als solchen aber abzulehnen? Denn genau das entspricht Ihrer (Pseudo-)Ethik.

    Geht es nicht vielmehr darum, das Foltern und Töten generell abzulehnen? Veganismus ist vor allem eine ethische Einstellung, deren Grundsätze ausnahmslos gelten – sonst würde es ja keinen Sinn machen.

    Also: Angeln – auch ohne “Catch & Release” und nur ein paar Mal im Jahr – ist nichts anderes, als das qualvolle Töten von Lebewesen. Das lässt sich auch nicht mit “mehr Bio geht nicht” oder ähnlichen Scheinargumenten schönreden.

  3. Vielen Dank für den tollen Text!
    Übrigens Fische können sprechen:
    Unter Wasser wird heftig gegrunzt, gequakt und geknurrt. Weil Töne aus dem Wasser nur selten an ein menschliches Ohr gelangen, nehmen wir häufig an, die Unterwasserwelt sei stumm. Weit gefehlt.
    Fische geben Laute von sich, um mit anderen Fischen zu kommunizieren. Sie knirschen mit den Zähnen, stoßen blubbernd Wasser aus oder erzeugen Töne, indem sie gezielt Luft aus der Schwimmblase entlassen. Der Knurrhahn erzeugt zum Beispiel sein namensgebendes Knurren auf diese Art. Manche Schwarmfische verständigen sich durch “Rufe”, der Seeteufel kann sogar quieken wie eine Maus.
    http://www.planet-wissen.de/natur_technik/tiere_im_wasser/fische/sinne.jsp

  4. Veganer mit dem Mund voller Hackfleisch

    Ich möchte auch etwas zu dieser Thematik beitragen:

    Wir sollten endlich mal beginnen alle Katzen zu töten!
    Denn Katzen, zumindest die Freigänger, jagen Mäuse aus reinen Spaß an der Jagd. Die Maus wird, nachdem sie gefangen und zu Tode “gefoltert” wurde, einfach liegen gelassen, da Katzen nur mit sich bewegenden spielen. Teilweise konnte ich solche schrecklichen Beobachtungen sogar schon von Katzen und Reptilien, in diesen Falle Geckos, machen. Dieser arme Gecko wurde zunächst gejagt und nachdem dieser nichtsahnend eine Pause machen wollte … fiel die Katze einfach über ihn her. Da Geckos ja nun mal die wertvolle Eigenschaft besitzen, dass sie ihren Schwanz vom Körper abwerfen können, spielte die Katze nach erfolgreicher Flucht des Geckos, durch ebendiese Eigenschaft, nur noch mit dem Schwarz. GRAUSAM! Es muss was unternommen werden.

    Nein natürlich nicht! Ich bin ein großer Freund von Katzen und mag diese Tiere, wie auch alle anderen, sehr gerne. Außerdem habe ich es nicht nötig über andere Menschen oder hier Tiere im Internet zu hetzen. Es ist ein Unding in welcher Intoleranz hier von den Veganern gehandelt wird. Bitte bitte bitte werdet ein bisschen toleranter. Und wenn ihr schon mit euren “wissenschaftlichen Studien” glänzen wollt ist es ein großer Vorteil, wenn ihr dafür/dazu eine Quelle angibt. Denn von dubiosen Studien kann ich auch erzählen.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Euer Omnivorer Veganer;)

    • Nun ja, Fakt ist, dass Katzen eigentlich aus Nordafrika stammen und in unseren Ökosystemen nichts zu suchen haben. Sie verursachen in der Tat viele Schäden an Kleintieren. Aber wer hat die Katze nach Europa gebracht? Richtig, der Mensch hat wieder einmal eingegriffen. Tiere sind in aller Regel nicht oder nur sehr eingeschränkt fähig, ethische Entscheidungen zu treffen. Daher geht der Schwarze Peter zurück an die lieben Zweibeiner, die stets und ständig in der Natur herumpfuschen müssen. Ach so, auch als Veganer und Tierrechtler mag ich Katzen nicht besonders…

      • Veganer mit dem Mund voller Hackfleisch

        Das ist nur eine weitere Halbwahrheit! Sämtliche Katzen der Gattung “Felis”, zu der auch die Hauskatze gezählt wird stammen von der Felis Silvestris lunensis ab, welche im Oberpliozän in Europa heimisch war! Zwar ist nach aktueller Auffassung, die “Hauskatze” eine Form der arabisch/nordafrikanischen Felis silvestris libyca, jedoch ist auch diese ein Art, welcher der europäischen Urkatze entstammt. Weiterhin kann solch ein Verhalten auch bei der europäischen Wildkatze (Felis silvestris Silvestris) beobachtet werden, welche zum Beispiel im Harz heimisch ist und keinesfalls als Neozoe, durch menschlichen Einfluss bezeichnet werden sollte.

        Und selbst wenn: Ist es denn in Ordnung wenn die Katze nicht in Europa wäre, sondern in Afrika? Dann wäre es ja auch ok, wenn ich nach Afrika -oder sonst wo- fahre um dort Tiere zu quälen oder nicht? Ich meine wenn Katzen das woanders dürfen, dann darf ich das auch?!

        PS: Es gibt auch andere Tiere welche nicht gerade zimperlich mit ihren Artgenossen oder anderen Arten umgehen. Das ist nunmal so. Nennt sich Evolution.

        • Aha, ein Katzenfachmann! Aber ein Katzenfachmann ist nicht zwangsläufig ein Ethikfachmann, und das schon garnicht, wenn eine unterschwellig darwinistische Perspektive als pseudo-ethischer Rechtfertigungsgrund für Grausamkeiten eingenommen wird. Einer meiner Lieblingssprüche lautet: “Vielleicht ist dieser Planet ja die Hölle eines anderen Planeten.” Auf die Evolution bezogen bedeutet das, dass die Entwicklung allen Lebens nur unter immensem Leid unzähliger Individuen stattgefunden hat.

          Schlimm genug. Aber die Evolution hat auch den Menschen zustande gebracht, der über ein sehr komplexes ethisches Denkvermögen verfügt (zumindest potenziell). Und dieses kann – vielleicht sogar ein erstes Mal in der gesamten Geschichte der Evolution! – dazu eingesetzt werden, Leid zu minimieren oder gar zu verhindern. Leider wird diese Fähigkeit von der menschlichen Spezies kaum angewendet, weshalb sie drauf und dran ist, sich selbst und einen Großteil der Biosphäre samt Flora und Fauna über den Jordan zu jagen. Eins ist sicher: Unser Planet wäre ein weitaus besserer Ort, wenn die Vermeidung von Leid oberste moralische Maxime der Spezies Mensch wäre. Und dazu zählt auch der Veganismus.

          Die Orientierung am geringeren Entwicklungsniveau (“Die Evolution! Die Evolution! Seht her, es war ja schon immer so!”) ist das Gegenteil von Fortschritt und eine ganz laue Argumentation. Oder anders ausgedrückt: Dass Katzen seit Jahrmillionen Mäuse quälen und töten ist noch lange keine Rechtfertigung dafür, dass der Mensch ähnliches mit Schweinen, Rindern & Co. tun sollte. Und wie war das nochmal mit dem Sozialdarwinismus? Da wurde ja ähnlich argumentiert. Gut, dass wir den schon hinter uns haben…

  5. Ex-Angler und Veganer

    “Oft tragen sie Olivgrün oder Camouflage, weil sie sich dann wohl cooler, mächtiger oder männlicher vorkommen.”

    Das kann doch wirklich nicht ernst gemeint sein? Bei Veganern ist es die Farbe der Naturliebe und bei Anglern und Jägern die der “Macht-Geilheit” ??!

    Da stellt sich mir die Frage welche Intention der Autor verfolgt. Seine Ethik scheint sich auf Tiere zu beschränken. Mit solcher Stigmatisierung ist nun wirklich niemandem geholfen, weder Mensch noch Tier. Lassen sie ihre Agressionen woanders raus.

    Steckt hinter ihrem Tierschutz Tierliebe oder Menschenhass?
    Ist das Kind, dass mit Bambusstock und Wurm am Wasser spielt ein Mörder? Ist das Kind, dass Erwachsen geworden ist und mit teurer Profiausrüstung “am Wasser spielt” ein Mörder? Sie werden wohl antworten mit Ja… Die Frage ist… Was möchten sie nun tun? Ihm sagen dass er mordender, verachtenswerter Abschaum ist (Die Folgen sind kindliche Streiterei ohne kritische Auseinandersetzung mit dem Thema), oder wollen sie versuchen die Tiere zu schützen indem sie versuchen dem “Mörder” aufzuzeigen, ihm bewusst zu machen, dass er “mordet” und ihn mit Argumenten und ganz nebenbei einer QUELLENANGABE (sowas lernt doch jedes Kind in der Schule!) davon wegzuführen.

    Wen interessiert es wo die Katzen herkommen? Katzen töten zum Spaß, Menschen leider auch. Gestehen sie sich das ein. Es gibt kein gut oder böse. Veganer sind nicht die besseren Menschen. Und wenn sie trotzdem nach IHREM UND KEINEM ALLGEMEINGÜLTIGEN Wertesystem mittelalterlich die Welt kategorieisieren wollen, dann machen sie sich bewusst: Die Menschheit ist böse. Der Mensch ist nicht vernünftig! Verwerfen sie ihre Idealvorstellung.

    Der Mensch ist wie er ist. Fangen sie an ihn so zu akzeptieren, nur so können sie ihn verändern. Er ist noch ganz weit davon weg ein Vernunftswesen zu sein, aber er ist lernfähig. Man lernt etwas als Kind und bringt es dann später wieder seinem eigenen bei.

    Wollen sie diesen Kreislauf durchbrechen, ist ein sensibler Umgang mit dem Thema erforderlich. Nur weil jemand ihre Meinung nicht teilt, ist er kein schlechter Mensch. Unter Anglern gibt es schwarze Schafe, wie überall, allerdings verbindet sie und Veganer ja wohl zu aller Erst die Naturliebe. Konzentrieren sie sich doch mal darauf!

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