Gastbeitrag: Baumfällungen in Lübeck (Matthias Langwasser)

Seit vielen Jahren beobachte ich, wie immer wieder alte Bäume in Lübeck gefällt oder verstümmelt werden, immer mit der Begründung, dass die Bürger vor herabfallenden Ästen oder umstürzenden Bäumen geschützt werden müßten. Dies geschieht auch bei offensichtlich kerngesunden Bäumen.
Ich wohne am Wakenitzufer und dort wurde gerade wieder eine uralte, wunderschöne Weide direkt am Wasser “auf Kopf gesetzt”. In dem Baum haben zum Beispiel Wildbienen gelebt.
Die Bäume werden rigoros gefällt, sobald sie auch nur kleinste Anzeichen wie einen Riss oder Pilze am Baum zeigen. Es wird aber überhaupt nicht versucht, diese zu erhalten.
So ein alter Baum, der mehr als 100 Jahre alt ist, kann nicht ersetzt werden. Er ist für immer verloren und Vögel, Eichhörnchen und viele andere Tiere verlieren Ihr Zuhause. Außerdem werden sehr oft noch nicht mal neue Bäume als Ersatz gepflanzt.

Mit jedem großen alten Baum haben wir weniger Sauerstoff in Lübeck, verlieren wir Raum für viele Tierarten und verlieren wunderschöne, idyllische Plätze. In anderen Gemeinden oder Städten bemüht man sich, alte Bäume zu erhalten und zu stabilisieren. Das ist in Lübeck leider nicht der Fall.
Ich finde es ja auch wichtig, dass tote Äste aus Sicherheitsgründen entfernt werden. Wenn man es aber mit der Sicherheit der Bürger so genau nimmt, wieso wird das dann nur bei Bäumen angewendet? Und warum nicht im Winter bei vereisten Straßen und Gehwegen? Fehlt dafür dann auf einmal das Geld, welches die Stadt in hohen Summen für Baumfällungen verwendet?
Ich wünsche mir, dass die Verantwortlichen der Stadt Lübeck begreifen, dass sie hier Schätze unwiederbringlich vernichten, die niemals zurück kommen werden, zumindest nicht in den nächsten 100 Jahren.
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