Gedenken an eine Kämpferin gegen Unterdrückung und Leid: Rosa Luxemburg

Symbolischer Grabstein Rosa Luxemburgs (Gedenkstätte der Sozialisten, Berlin-Friedrichsfelde), Foto: fs

Symbolischer Grabstein Rosa Luxemburgs (Gedenkstätte der Sozialisten, Berlin-Friedrichsfelde), (Foto: fs)

Solidarität mit den Unterdrückten und Kampf gegen menschengemachte Repression standen im Zentrum ihres Tuns. Ihre Vision war die Überwindung von Ausbeutungsverhältnissen, und damit eingeschlossen die Befreiung der Tiere.

Empathie und die Erfahrung von Leid waren zentrale Momente im Denken Rosa Luxemburgs. Es war ihre Überzeugung, dass es keine Emanzipation des Menschen ohne die Emanzipation der Natur geben könne. Auch können wir von ihr lernen, wie inhuman und antizivilisatorisch es ist, der Ungerechtigkeit gegenüber gleichgültig zu werden.

Als marxistische Theoretikerin war sie davon überzeugt, dass das Privateigentum an Produktionsmitteln Grundlage von Ausbeutungsverhältnissen ist. Und auch davon, dass die innere Logik des Kapitalismus darauf angewiesen sei, den Kriegszustand zu erhalten. Sehr zeitgemäß angesichts der aktuellen Häufung von Kriegen.

Rücksichtsloseste revolutionäre Tatkraft und weitherzigste Menschlichkeit, dies allein ist der wahre Odem des Sozialismus. Eine Welt muß umgestürzt werden, aber jede Träne, die geflossen ist, obwohl sie abgewischt werden konnte, ist eine Anklage; und ein zu wichtigem Tun eilender Mensch, der aus roher Unachtsamkeit einen Wurm zertritt, begeht ein Verbrechen.“, sagt sie in einem Aphorismus.

Am 15. Januar 1919 wurde Rosa Luxemburg von reaktionären rechtskonservativen Kräften ermordet.

Anschließend noch weitere Zitate von Rosa Luxemburg. Und ein bemerkenswerter Widerspruch.

Ich weiß, für jeden Menschen, jede Kreatur, ist eigenes Leben das einzige, einmalige Gut, das man hat, und mit jedem Flieglein, das man achtlos zertritt, geht die ganze Welt jedesmal unter; für das brechende Auge dieses Fliegleins ist alles so gut aus, als wenn der Weltuntergang alles Leben vernichtete.”

(In einem Brief an Sophie Liebknecht vom 14. November 1917)

Sie wissen, ich leide mit jedeglicher Kreatur.

(In einem Brief an Hans Diefenbach com 7. Januar 1917)

Mir war es so weh, als ich das las. Nicht um den Gesang für die Menschen ist es mir, sondern das Bild des stillen unaufhaltsamen Untergangs dieser wehrlosen kleinen Geschöpfe schmerzt mich so, daß ich weinen musste.

(Über das Schwinden der Zugvögel, 2. Mai 1917)

Ich habe manchmal das Gefühl, ich bin auch irgendein Vogel oder ein anderes Tier in misslungener Menschengestalt; innerlich fühle ich mich in so einem Stückchen Garten wie hier oder im Feld unter Hummeln und Gras viel mehr in meiner Heimat als – auf einem Parteitag

Bemerkenswert ist, dass Luxemburg trotz dieser antispeziezistischen und solidarischen Haltung keine Brücke zu ihrem eigenen Verhalten schlagen konnte – denn sie ernährte sich weder vegetarisch noch vegan. Ihr war es nicht gelungen, eine Verbindung von dem Fleisch auf ihrem Teller und den Tieren, von dem es stammte, herzustellen.

Erklärt werden kann das mit einer psychisch hergestellten Bewusstseinslücke, die auf einem verinnerlichten Glaubenssystem, einer Ideologie beruht. Dadurch wird ein Verhalten verhindert, das potenziellen Wertvorstellung entspricht. Die US-amerikanische Psychologin Melanie Joy nennt dieses ideologisch untermauerte falsche Bewusstsein “Karnismus”.

Eine Rezension ihres Buches “Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe Anziehen. Karnismus – eine Einführung.” folgt demnächst auf Lübeck-Vegan.

 

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