Inside Lübeck-vegan – oder wie feiern atheistische Veganer Weihnachten?

Veganes Entenbrustfilet und selbstgemachter Rotkohl

Veganes Entenbrustfilet und selbstgemachter Rotkohl (Foto: fs)

Mit Weihnachten ist das so eine Sache: Es ist ein Fest mit langer Tradition und einer besonderen Stellung unter den Festen. Fast könnte man sagen, Weihnachten sei das wichtigste Fest im Jahr. An Weihnachten feiert man mit seiner Familie, kommt zur Besinnung, fühlt den “Geist der Weihnacht.” Zumindest wird uns das in unzähligen Filmen und Geschichten so weisgemacht.

Doch Weihnachten ist ein christliches Fest. Zelebriert wird die Geburtslegende des Hauptpropheten und Religionsstifters. Atheisten können da schlecht mitfeiern, weil sie so ihre Probleme mit Dingen wie einer unbefleckten Empfängnis oder einem heiligen Geist haben. Kein Problem, ohne den religiösen Ballast lässt sich Weihnachten schnell in eine Jahresendfeier umwidmen. Besinnung und Besinnlichkeit tut das keinen Abbruch.

Aber was ist mit solchen Leuten wie uns von Lübeck-vegan? Wir glauben nicht nur nicht an Gott, sondern lehnen auch den Konsum tierlicher Produkte ab. Und das auch noch aus ethischen Gründen. Was immerhin zeigt, dass es zur Beantwortung der Frage nach dem guten Leben keiner Religion bedarf.

Doch was tun Leute wie wir an Weihnachten? Uns einschließen und am Grashalm nuckeln? Salat und Gemüse lutschen bis zur veganen Ekstase? Ganz und gar nicht. Auch wir atheistischen Veganer genießen Weihnachten – pardon, die Jahresendfeier – mit Freude, Genuss und einer gehörigen Prtion Besinnlichkeit.

Weihnachten hat etwas Paradoxes an sich. Warum müssen für das angebliche Fest der Liebe so viele Lebewesen sterben? Wie kann es angehen, dass vom Weihnachtsgeist glückselig Geschwängerte eine Weihnachtsgans für das Maß aller kulinarischen Dinge halten? Wie kann es sein, dass man im Taumel religiöser Besinnlichkeit eine gebratene Ente im Kreise der Lieben verspeisen kann? Wollte nicht auch der Vogel in Frieden leben, ohne für ein Menschenfest gemästet und getötet zu werden?

Ja, er wollte – so wie jedes andere Lebewesen. Und genau deshalb sieht die Jahresendfeier bei uns von Lübeck-vegan etwas anders aus.

Einkauf mit dem Fahrrad

Einkauf mit dem Fahrrad

Beginnen wir mal beim Einkauf. Weil auch wir gerne essen, müssen Kühl- und Vorratsschrank gut gefüllt sein. Braten gibt es auch bei uns, aber eben nur veganen. Das Angebot an solchen Leckereien ist mittlerweile riesig. Für die Feiertage haben wir uns einen dicken Vorrat an veganem Entenbrustfilet, Kasseler und Hackbraten zugelegt. Alles überaus friedliche Produkte aus Weizeneiweiß, für die kein Lebewesen leiden und sterben musste.

Kleine Randnotiz: Wir von Lübeck-vegan haben übrigens kein Auto und machen unsere Einkäufe mit dem Fahrrad. Auch das aus Überzeugung. Kein Problem in Lübeck-Marli, wo es Supermärkte wie Schuhläden in der Innenstadt gibt. Die veganen Braten-Leckereien (in kontrollierter Bio-Qualität) bestellen wir allerdings im Internet. Krösusse sind wir noch nicht.

Wie geht es weiter? Heiligabend, oder der Auftakt der Jahresendfeier. Bescherung gibt es nach dem Essen, solange muss gewartet werden. Recht traditionell gibt es veganes Entenbrustfilet mit Kartoffeln und Rotkohl. Schmeckt besser, als echte Entenleiche. Und ist auch viel friedlicher. Der Rotkohl kommt natürlich nicht aus der Konserve, sondern wird von Claudia selbst zubereitet. Dazu ein guter Rotwein aus Portugal, und der Abend ist perfekt.

Nach dem Essen wollen dann auch atheistische Veganer Geschenke auspacken. Wegen der Stimmung wird sogar ein Glöckchen angeschlagen. Und was landet auf dem veganen Gabentisch? Jede Menge praktische und schöne Dinge. Drunter auch vegane Bücher, so etwa Rohkost-Kochbücher sowie Literatur zum Themenkomplex Speziezismus (Matthias Rude: Antispeziesismus; Melanie Joy: Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen). Die Rezensionen gibt’s demnächst hier auf Lübeck-vegan.

Bis dahin wünschen wir Euch besinnliche und friedvolle Feiertage!

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2 Comments

  1. Ich liebe Weihnachten weil ich es ziemlich entspannt mit meinen Eltern verbringe. Essenstechnisch hab ich es mir erwirkt, den Kartoffelsalat zuzubereiten, das ist ja schonmal cool :) Hier mein Review http://achtungpflanzenfresser.wordpress.com/2013/12/28/weihnachten-2013-festtagsruckblick/

    lg, Jane

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