Mal was ganz Neues: Vegane Rohkost

Vegane Rohkost-Zucchinispaghetti

Vegane Rohkost-Zucchinispaghetti (Foto: fs)

Rohkost, das unbekannte Ding. Verschrien als die Ernährungsweise der ganz Verschrobenen. Erst Vegetarier, dann Veganer, dann Rohkost-Veganer. Danach kommen nur noch Klapse und Hauptfriedhof.

Klar, so ist es natürlich nicht. Ganz im Gegenteil. Rohkost ist eine sehr gesunde Abwechslung im veganen Kochalltag, die einen ganz neuen Pfiff auf die Teller zaubert. Lübeck-vegan hat begonnen, sich mit veganer Rohkost zu beschäftigen. Das Ergebnis bisher: Rohkost ist überaus lecker, gesund und macht einfach Spaß. Sicher muss nicht jede Speise rohköstlich sein, etwas Warmes darf auch noch gerne auf den Teller.

Doch Rohkost hat das Potenzial, warme Speisen ein Stückweit zu verdrängen. Lesen Sie von unseren ersten Gehversuchen als vegane Rohköstler.

Ich geb’s zu: Auch ich habe mir Rohköstler als verhärmte Leute vorgestellt, die lustlos auf Paprikaschnitten rumkauen, an Möhren knabbern und zum Lachen ins Ausland fahren. Spaßlos und verkopft, politisch 200-prozentig korrekt und asketisch wie indische Sadhus. Aber auch ich bin lernfähig. Wie es schließlich dazu kam, uns näher mit Rohkost zu beschäftigen, lässt sich heute nicht mehr eindeutig rekonstruieren. Claudia brachte die Idee von irgendwo mit, dann wurden Bücher gewälzt und Rezepte gesichtet. Unsere Neugierde kippte irgendwann um in die Überzeugung, dass Rohkost dem Ideal einer gesunden Ernährung extrem nahe kommt – vegane Rohkost natürlich, denn Rohkost muss nicht zwingend vegan sein.

Schnell wurde klar, dass unsere Küchenausrüstung nicht rohkosttauglich ist. Denn außer einem Hochleistungsmixer (idealer Weise der “Vitamix”) ist auch ein Dörrgerät unabdingbar. Schließlich lassen sich nur damit Früchte trocknen, “Brote” und Cracker herstellen. Nach langer Suche haben wir uns für das Dörrgerät der Firma Sedona entschieden – nicht unbedingt sehr billig, dafür aber sehr praktisch.

Doch was spricht überhaupt für eine vegane rohköstliche Ernährung?

  • Die Lebensmittel dürfen nicht höher als 40°C erhitzt werden, was eine Denaturierung von Eiweißen und Enzymen verhindert. Ziel ist es, die Nahrungsmittel so weit wie möglich in naturbelassenem Zustand zu verzehren.
  • Je naturbelassener die Nahrung ist, desto wertvoller ist sie für den Körper. Thermische Verarbeitungsprozesse zerstören wertvolle Nähr- und Vitalstoffe.
  • Rohkost kommt der menschlichen Urnahrung nahe und ist damit jene Ernährungsform, auf die unser Körper genetisch eingestellt ist.
  • Rohkost aktiviert den Stoffwechsel mehr, als gekochte Kost. Ebenso enthält Rohkost wichtige Stoffe für die Gesunderhaltung der Zellen.
  • Mit rohköstlicher Ernährung ist auch eine größere spirituell-mentale Nähe zu natürlichen Vorgängen, Prozessen und Eigenheiten verbunden. Diese führt zu einer radikalen Abkehr von den industriell hergestellten Produkten, die in ihrem extremen Verarbeitungsgrad eine komplette Entfremdung von der ursprünglichen menschlichen Ernährung darstellen und dadurch psychophysisch krank machen.

Alles Vorteile, die unsere Experimentierfreude geweckt haben. Und so haben wir uns an unsere erste Rohkostspeise gewagt: Zucchinispaghetti mit Basilikumpesto. Die Zubereitung ist einfacher, als sie zunächst klingt. Zucchini werden mit einem Spiralschneider zu langen, dünnen Spaghetti geschnitten. Das Pesto besteht aus Basilikum, Knoblauch, Olivenöl und Gewürzen, die im Mixer zerkleinert werden. Gekocht werden muss nix, der Herd bleibt aus. Pesto und Spaghetti werden appetitlich auf einem Teller angerichtet und schmecken mehr als lecker. Ein voller Erfolg!

Und damit der Sedona-Dehydrator nicht arbeitslos bleibt, machen wir uns demnächst an rohköstliche Cracker.  Natürlich berichten wir Euch davon!

 

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