Pferdefleisch, Schweinefleisch, Hundefleisch oder Nachbars Oma?

Derzeit bewegt mal wieder ein Skandal die Fleischesser der Republik: Nicht deklariertes Pferdefleisch wurde in Lasagne und anderem Fabrikfraß gefunden. Nichts übermäßig Ungesundes für den Verbraucher, zumindest im Vergleich zu den üblichen Lebensmittelskandalen. Und trotzdem versetzt der Etikettenschwindel die omnivore Welt in helle Aufregung. Dabei sollten die Fleischesser doch langsam daran gewöhnt sein, von der Fleischindustrie verschaukelt zu werden. Und ganz ehrlich: Sie haben es auch nicht anders verdient.

Denn wer zu Schnäppchenpreisen sein tägliches Fleisch auf dem Teller sehen will, muss bewusst in Kauf nehmen, betrogen und schleichend vergiftet zu werden. Schließlich halten sie mit ihrer Nachfrage nach Billigfleisch das perfide System der tierquälerischen und Ressourcen vernichtenden Fleischindustrie am Leben. Denn damit diese bei der Produktion von Billigfleisch noch genügend Profite erwirtschaften kann, muss tief in die Trickkiste gegriffen werden – von schlimmsten lebensverachtenden Haltebedingungen über den verantwortungslosen Einsatz von Chemie und Medikamenten bis hin zu grausamsten Tiertransporten und Schlachtvorgängen.

Doch die Aufregung über diesen Etikettenschwindel zeigt noch etwas anderes, nämlich die willkürliche Einteilung von Lebewesen in solche, die man quälen, töten und essen darf. Und solche, die man verhätschelt und gerne auch als krabbelndes Möbelstück missbraucht. Schweine, Hühner, Rinder, Enten & Co. sind „Nutztiere“, lebende Biomasse also, die dem Verbrauch durch Menschen dient. Hunde, Katzen und auch Pferde zählen zu den “Haustieren”. Auch sie werden vom Menschen missbraucht und unterdrückt. Nur mit dem Unterschied, dass der Mensch glaubt, ihnen etwas Gutes zu tun – gewissermaßen als Gegenleistung für den Nutzen, den er aus ihnen zieht.

Doch in einem gleichen sich alle Lebewesen: sie können furchtbares Leid empfinden. Und nicht anders als menschliche Tiere möchten sie frei von physischem und psychischem Schmerz sein. Wer also dem Schwein grausamste Qualen zumutet, nur um sich am Abend sein Schnitzel schmecken zu lassen, kann nicht gleichzeitig mit seinem Fiffi spielen oder seinem Töchterchen ein „Wendy“-Abo schenken. Zumindest nicht, ohne sich in logische Widersprüche zu verwickeln. Logische Widersprüche, die den meisten Fleischessern allerdings kaum bewusst sind. Zu stark ist die alltägliche Übung in Verdrängung und Abstumpfung.

Ganz ohne solche Widersprüche lebt dagegen der Veganer. Und er muss auch nicht befürchten, im Fabrikfraß aus dem Discounter Teile von Hunden, Pferden oder Nachbars Oma zu finden. Denn eins ist sicher: der Fleischindustrie ist ALLES zuzutrauen. Und dagegen hilft nur eins: Go Vegan!

Bookmark the permalink.

Hinterlasse eine Antwort