Tierleid im Preis inbegriffen

Heinrich Böll

Hier geht nichts ohne Tierleid: "Heinrich Böll"

Letztens war ich in der Stadt und wollte mit einer Freundin etwas Essen gehen. Wir begaben uns also ins “Heinrich Böll”, eine Lokalität in der Beckergrube mit einem gemütlichen Ambiente.

Die Bedienung kam, wir bestellten unsere Getränke und ich erklärte, dass ich Veganerin sei und wollte eine Pizza ohne Käse bestellen. Leider war das nicht möglich, da der Pizzateig mit Milch und Ei versetzt wird. Soweit ich mich erinnere, finden sich in einem original italienischem Pizzateig normalerweise keine tierlichen Produkte. Ich wollte dann auf Spaghetti ausweichen. Die bekommt man dort aber leider nicht aus Hartweizengrieß, nein auch hier gibt es nur Nudeln mit Ei. Aus lauter Verzweifelung wollte ich dann ein Kräuterbrot bestellen, aber Pustekuchen, auch dieses Angebot ist nicht zu erhalten, ohne dass nicht mindestens ein Tier vorher gelitten haben muss: im Brotteig ist Milch enthalten. Man wollte mir einen Salat anbieten. Ich hatte aber den ganzen Tag noch nichts gegessen, und wenn ich dann Obst oder Salat esse, ohne meinem Körper Kohlenhydrate zuzuführen, wird mir leider schlecht. Außerdem war ich tatsächlich ein bißchen beleidigt, freute mich aber doch über das deutsche Reinheitsgebot, so dass wenigstens das bestellte Bier tierleidfrei war. Dass dass mein letzter Besuch in besagtem Restaurant war, versteht sich natürlich von selbst.

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6 Comments

  1. Ich weiß persönlich gar nicht, wie ich auf diese Seite gestoßen bin. Bilder zu Glücksschweinchen in der Suchmaschine gegoogelt.

    Der Bericht hört sich ein bisserl skurril an. Wenn man in unserer Zeit nicht einmal mit einer Freundin mal was essen gehen kann, ohne das große Leiden zu bekommen, dann hat man ein Problem. Man selbst, nicht die Gesellschaft.

    Das vegane Leben scheint bei Dir ins sektenartig Radikale abzugleiten, was anhand des fehlenden Moralkorsettes in unserer Gesellschaft kein Wunder ist. Es gibt da immer Menschen, welche dann halt suchen. Radikale Taliban oder Evangelikale in den Staaten vertreten ähnlich forsch ihre Ideologien.

    Ich würde da das ganze Jahr entspannt vegan leben, und wenn ich dann mal mit einer Freundin in ein Lokal komme, wo dies nicht möglich ist, einfach mal locker bleiben, ohne da negative Stimmungen zu bekommen und zu verbreiten. Das ist sonst eher krank.

    Wünsch Dir aber trotzdem alles Gute!

  2. Hallo Samuel Lang,

    Was heißt “sektenartig radikal”? Und was meinst Du mit dem “fehlenden Moralkorsett”?

    Unter der Kategorie “Theorie” findest Du viele Informationen zu unseren ethischen Motiven. Bei uns fehlt also gerade kein Moralkorsett, falls Du das meinen solltest.

    Und zu “sektenartig radikal”: Wer sich aus ethischen Motiven entschließt, Tierleid zu vermeiden, muss in der logischen Konsequenz alle Produkte boykottieren, die Tierleid verursachen bzw. eine Produktionssystem am Laufen halten, das Tierleid zur Folge hat. Das ist weder sektenartig noch radikal, sondern schlicht und ergreifend eine logische Konsequenz.

    Auch verbreiten wir keine negativen Stimmungen. Diese gehen doch vielmehr von unserem ausschließlich profitorientierten sowie menschen- und tierverachtenden Wirtschafts- und Gesellschaftssystem aus. Wir nennen die Dinge nur beim Namen und versuchen, ein Bewusstsein für Missstände zu schaffen bzw. etwas zu verbessern.

    Und zum Schluss: Uns mit Taliban oder Evangelikalen zu vergleichen, lehnen wir entschieden ab. Sicher ecken wir mit unseren Positionen hie und da an, insbesondere bei meinungslosen Opportunisten und unkritischen Konsumenten (ohne Dich damit kategorisieren zu wollen). Denn im Unterschied zu Evangelikalen & Co. gründen wir unser Handeln nicht auf metaphysischen und fehlinterpretierten Überlieferungen, sondern auf einer für jedermann nachvollziehbaren, weltlichen und logisch konsistenten Ethik.

    Viele Grüße

    Frank

  3. Hi, habe eure comments nur überflogen, aber muss auch sagen, dass ich etwas überrascht bin über deine Seite. Will Urlaub in Lübeck machen u. wollte mich im Vorfeld informieren, wo es was zu essen gbit. Tja, ihr scheint ein wenig verwöhnt, denn sonst würdet ihr nicht so über euer Angebot lästern, sondern freuen, dass es etwas gibt. Natürlich gibt es nur einen veganen Burger, aber es gibt wenigstens einenn. Den Samen pflegen, nicht selbst zerstampfen. Das ganze ist so agro geschrieben, dass schreckt jeden Normalo ab. Ich finde, sowas macht immer mehr kaputt, als es nützt. Schade. Stellt euch doch einfach mal vor, jmd. hat ne vegane Freundin u. überlegt, wo er mit ihr hinkönnte u. will sich mal informieren – dann bekommt er ein sehr frustriertes Bild. Schade.
    Aber ich bleib ehrlich – bin ja Nutznießer u. hab paar Eckdaten, wo ich hinkann. Wie gesagt, ich wäre froh über so ein Angebot.
    However…
    Gruß

    • Hallo Linda,

      worum es in Deinem Kommentar geht, ist die alte Frage nach der Radikalität von Ansichten und deren Kommunikation. Wir sind der sehr berechtigten Auffassung, dass jegliche Form von “Weichspül-Veganismus” angesichts des Übergesichts nicht-veganer oder nicht-vegetarischer Leben- und Konsumweisen wenig hilfreich ist.

      Ein “bisschen vegan” und eine sehr tolerante Berichterstattung mag zwar gut für das Gewissen der “Normalos” sein, ändert aber nichts am allgegenwärtigen Tierleid – bzw. mag dieses sogar in gewisser Weise relativieren. Wer durch sein Konsumverhalten das perfide System der Tierausbeutung samt aller ökologischen und auch sozialen Folgen unterstützt, darf sich das auch gerne in deutlichen Worten sagen lassen.

      Allerdings, so “agro”, wie Du meinst, sind unsere Beiträge eigentlich nicht. Und natürlich freuen wir uns über jedes vegane Angebot in Lübeck oder sonstwo. Aber wenn das vegane Gericht auf der ansonsten fleischlastigen Karte eines Restaurants die einzige Ausnahme ist, ist uns das einfach zu wenig – bei aller vielleicht berechtigten Freude über dieses Feigenblatt.

      Viele Grüße

      Frank

  4. Ihr könntet euch die Kritik auch einfach mal zu Herzen nehmen. Eure Artikel SIND “aggro” geschrieben. Ich habe mir gerade ein paar durchgelesen und sie triefen nur so vor Schuldzuweisungen und Shamings. So schreckt ihr am Veganismus Interessierte und auch Veganer ab und schadet damit den Tieren mehr als ihr ihnen nützt. Eure Haltung und euer Ton gehören zu den Gründen, warum Veganismus in der Öffentlichkeit so einen schlechten Ruf hat.

    • Hallo nightowl,

      dass unsere Art der Berichterstattung dem Ruf des Veganismus schaden soll, ist Quatsch. Wir beziehen deutlich Position – und das abhängig vom Thema. Wenn man den Veganismus ernst nimmt, bringt Leisetreterei nicht viel. Schließlich geht es für die betroffenen Lebewesen um Leib und Leben.

      Und natürlich regen wir uns über vieles auf, was wir dann gerne zum Ausdruck bringen. Der Zustand unserer Welt ist furchtbar. Besserung ist nicht in Sicht. Da ist es völlig legitim, deutliche Worte zu benutzen.

      Oder sollten wir Sätze wie diese schreiben: “Liebe Fleischesser, wir wissen ja, dass es euch schmeckt und ihr täglich euere billgen Steaks auf dem Teller haben wollt. Aber habt ihr schonmal daran gedacht, dass man dafür auch Tieren ein bisschen wehtun muss? Keine Bange! Nicht, dass ihr ein schlechtes Gewissen bekommt und euch die Fleischwurst nicht mehr schmeckt. Aber vielleicht hättet ihr – wenn ihr aufgegessen habt – mal Zeit, darüber nachzudenken, wie eure Frikadellen hergestellt worden sind. Also nur so nebenbei…”???

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