Vegan für Anfänger im Café Calma

Café Calma

Café Calma, Hüxstr. 67, Lübeck (Foto: fs)

Lange haben wir darüber nachgedacht, ob wir auf Lübeck-Vegan über das Café Calma berichten sollen. Unser Problem: Auch dort gibt es nur ein winziges veganes Angebot, umgeben von Fleisch, Fleisch und nochmal Fleisch.

Dass wir es trotzdem machen, hat damit zu tun, dass wir uns in Lübeck befinden. Und dort sollte man sich über jedes vegane Pflänzchen freuen – und sei es auch noch so winzig. Vielleicht wächst es ja noch ein bisschen…

Es ist Samstagmorgen und das Café Calma ist gut besucht. Es liegt in der schönen Lübecker Hüxstraße (67) und ist ein guter Startpunkt für den wochenendlichen Stadtbummel. Das sehr angenehme Ambiente mit den mediterranen Farben und der verspielten Deko lädt zum Bleiben ein. Man fühlt sich sofort wohl – auch als Veganer.

Zumindest solange, bis man in die Speisekarte geschaut hat. Zwar legt man im Calma viel Wert auf eine frische Zubereitung. Was aber wenig erbaulich ist, wenn es sich dabei in der Hauptsache um Fleisch- und Fischgerichte handelt. Da findet man Teile von Schafskindern (Ligurische Lammplatte), tote Wasservögel (Calvados-Ente) oder eine Variation (i.d.R.) qualvoll getöteter Meerestiere (Spanische Fischplatte). Besonders makaber: das “Halbe Schwein auf Brötchen.”

Auch das Frühstücksangebot strotzt nur so von toten Lebewesen. Überall Leichenteile wie Scheiben vom Räucherlachs, Rumpsteak, Bacon oder Schinken. Wer aber genau hinschaut, findet zwischen diesen Fragwürdigkeiten auch Gerichte, für die kein Lebewesen leiden und sterben musste.

Da wäre zum Beispiel das Calma-gano, ein veganer Frühstücksteller. Und der ist garnicht mal so schlecht. Auf einem doppelstöckigen Tischgestell kommen neben viel Gemüse und Obst auch vegane Wurst sowie Schnitt- und Streichkäse daher. Letzteres mutmaßlich zwar nicht aus eigener Herstellung (wir tippen auf “Zwergenwiese”), aber in hoher Qualität. Zwei Marmeladen und ein Schälchen Agavendicksaft runden das Angebot ab.

Zwei Brötchen sind im Preis (11,50 €) mit inbegriffen, jedes weitere schlägt mit 90 Cent zu Buche. Alles in allem werden wir mit zwei Zusatzbrötchen schon recht satt an diesem Morgen. Ein wenig enttäuscht waren wir vom Kaffee. Hier fehlte die vegane Sojamilch – die würde so wenig gebraucht und müsste dann immer entsorgt werden, so der Chef. Trotzdem ging man auf die Suche und fand in den hinteren Winkeln der Küche wohl noch einen kleinen Rest Sojasahne. Na ja, besser als nix.

Außer dem Calma-gano gibt es mit dem Tofu-gano noch ein veganes Rührei. Auch das Vegi-Omelette, ein veganes Müsli sowie der ein oder andere Salat versprechen vegane Gaumenfreuden.

Fazit: Wenig vegan ist besser als garnicht vegan. Und von daher ist man im Café Calma schon einmal auf dem richtigen Weg. Man hat die Zeichen der Zeit erkannt und einige vegane Gerichte auf die Karte genommen. Noch fristen sie ein kümmerliches Alibi-Dasein zwischen einem Übergewicht an Fleischgerichten. Aber auch das kann sich ändern. Drücken wir den Betreibern die Daumen, dass sie den Weg zu einer friedlichen und Leid vermeidenden Küche finden mögen.

 

 

 

 

 

 

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