Vegane Frühstücksfreuden

Gebratener Tofu

Gebratener Tofu

Nicht-Veganer können sich kaum vorstellen, dass sich auch ohne tierliche Produkte bestens Schlemmen lässt. Noch immer kursiert die Vorstellung vom Küchenmeister Schmalhans, wenn es ums vegane Essen geht. Doch weit gefehlt: Vegane Frühstückstische sind nicht etwa dröge Horte kulinarischer Langeweile und Selbstkasteiung, sondern strotzen nur so vor Abwechslung, Hochgeschmack und Lebensfreude.

Klar, Brötchen oder Brot müssen vegan sein. Das sind sie in aller Regel auch. Und falls doch mal Bedenken bestehen sollten, sorgt eine Frage bei Knaack, Junge & Co. meist für Klarheit. Die allermeisten Produkte dieser Backbetriebe sind dabei vegan, von Milchbrötchen oder Croissants mal abgesehen. Mit solidem Bäckerhandwerk haben die Produkte dieser Ketten allerdings herzlich wenig zu tun. Und auch wenn „Weltmeisterbrötchen“, „Wikinger“ oder „Erdnussgripsi“ lecker schmecken – sie stammen in aller Regel aus den Hochleistungsöfen riesiger Industriebetriebe, die Bäckereiketten mit standardisierten Vorprodukten versorgen.

Selbstgemachte Chilipaste (50% Habanero, fortgeschritten scharf)

Besonders empfehlenswert ist daher das  Lübecker Freibackhaus. Hier ist man einer Philosophie verpflichtet, die u.a. Umweltschutz, Bio-Qualität, Regionalität und Reinheit der Zutaten zum Inhalt hat. Gewiss, Brötchen und Brot kosten dann vielleicht ein paar Cent mehr. Dafür erhält man aber allerleckerste Backwaren, die der Gesundheit garantiert nicht schaden. Und mal ehrlich: Die Preise, die Backshops und Bäckereiketten für ihre billige Industriepampe verlangen, sind oft heftig genug. Dann lieber ein paar Cent draufgelegt und ein Brötchen weniger gegessen…

Doch was soll drauf auf Brötchen und Brot? Schließlich scheiden für Veganer Wurst und Käse aus, und auch mit dem Ei – ob gespiegelt oder gerührt – ist es Essig. Als Inspiration für ein reichhaltiges veganes Frühstück listen wir im Anschluss eine Reihe leckerer Alternativen auf (eine kleine Auswahl, Fortsetzung folgt):

  • Gebackener Tofu: Man nehme handelsüblichen Tofu im Block, natur (schnittfest) oder besser geräuchert. Der Tofu wird in Scheiben geschnitten und in heißem Öl angebraten. Schmeckt herzhaft und pikant, geräucherter Tofu erinnert bisweilen an Speck.
  • Tomaten, Salatgurke, Zwiebeln, Knoblauch: Kleingeschnitten und miteinander kombiniert ergeben sich leckere Rohkost-Brotbeläge. Schmeckt aber auch zusammen mit Pesto, veganem Schmalz und anderen Streichbelägen.
  • Veganer Schmalz: Damals noch, als ich ein unwissender Allesfresser war, hatte ich selbst mal Griebenschmalz hergestellt. Dazu wurde Bauchfleisch (so ein weißes, glibberiges Zeug) in einer perversen Prozedur zerlassen und mit Zwiebeln gewürzt – würg. Schlecht geschmeckt hat es allerdings nicht, zumindest nachdem es erkaltet auf Brot geschmiert wurde.  Doch auch ohne tierliche Leichenfledderei lässt sich ein herzhaft-fettiger Brotaufstrich herstellen. Und zwar meist auf Basis von ungehärtetem Kokosfett und verfeinert mit Apfelstückchen. Besonders lecker: Veganer Crunchy-Schmelz von Zwergenwiese mit geröstetem Getreide (Biomarkt). Weniger empfehlenswert: Apfelschmelz von Rossmann (mit viel zu viel Hefeextrakt angedickt). Veganer Schmalz schmeckt bestens leicht gesalzen und mit frischem Knoblauch gewürzt.
  • Veganer Streich: Hier gibt es jede Menge Varianten, angefangen von Tomate-Basilikum über Shiitake oder Trüffel bis hin zu Rote Beete – Meerettich (mein derzeitiger Favorit). Hier hilft nur eins:  probieren, probieren, probieren…
  • Veganer Wurstersatz: Zurzeit sogar schon beim elenden Massendiscounter Aldi zu bekommen, sogar in recht akzeptabler Qualität. Am besten schmecken aber die „Veganslices Salami“  von Topas Wheaty sowie „Veganslices vom Rauch“, gleicher Hersteller. Beides ist auf Seitanbasis (Weizeneiweiss), schmeckt absolut lecker, kann die Wurst aus Tierleichen mehr als ersetzen und kommt dabei sogar ohne das krebserregende Nitritpökelsalz aus. Erhältlich in den allermeisten Bioläden oder über www.alles-vegetarisch.de.
  • Selbstgemachte Brotaufstriche: Mit einem Haushaltsmixer ist man fein raus. Wozu teueres Geld für exotische Brotaufstiche zahlen, über deren Zutaten man nicht man den Hauch einer Kontrolle hat? Es geht auch einfacher, besser und billiger: Einfach das Lieblingsgemüse (Oliven, Pepperoni, Tomaten, Chillies, Knoblauch, Basilikum, etc.)  in einem Mixer stecken, etwas Öl, Salz und Füllstoff (Mandeln, Sonnenblumenkerne) dazu, und fertig ist der kulinarische Brotaufstrich, der es mit jeder Feinkostschmiede der Welt aufnehmen kann.
  • Wer es süßer mag: Konfitüren und Gelees sind in aller Regel vegan. Achtgeben muss man nur beim Geliermittel. Fast immer kommt hier pflanzliches Pektin zum Einsatz. Handelt es sich aber um Gelatine (Extrakt aus Tierleichen), dann Finger weg von dem Mist!
  • Veganes Rührei: Auch das gibt es! Wer absolut nicht auf sein Rührei verzichten möchte oder den Genuss noch aus omnivoren Zeiten gewöhnt ist, muss nicht darben. Man nehme weichen Tofu (ideal: Seidentofu) und zerbrösele ihn mit einer Gabel zu kleinteiligem Matsch. In einer Pfanne wird der Bröseltofu mit Öl angebraten und anschließend mit Sojamilch, Salz, Kurkuma und Kräutern aufgekocht und reduziert.
Fortsetzung folgt…
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4 Comments

  1. Hallo Frank,
    einen tollen Block hast Du hier :-)

    LG Steffi

  2. Für euer Kokosfett werden Regenwälder abgeholzt und somit Orang utans der Lebensraum genommen,hungrig dringen sie in den menschlichen Lebensraum ein und werden dort getötet wenn sie versuchen etwas Obst zu ” stehlen” mal abgesehen davon dass es kaum ein ungesunderes Fett als Kokosfett gibt

    • Claudia Santamaria

      Kann es sein, dass Du das mit Palmöl verwechselst?

      http://www.prowildlife.de/Protestaktion_1

      Für Kokosöl gilt das zwar auch, wenn es in Monokulturen verwendet wird, deshalb sollte man auch darauf achten, es aus Mischkulturen zu erwerben. Verwenden sollte man außerdem kein industrielles Kokosöl, das Transfettsaeuren enthält. Wir verwenden kaltgepresstes Kokosnußöl (Virgin Coconut Oil).

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