Vegane Stippvisite in Hamburg – natürlich umweltfreundlich mit dem Rad

Veganismus macht fit!

Veganismus macht fit!

Das Angebot an veganen Restaurants und Geschäften wächst stetig. In den Großstädten allerdings schneller als in Kleinstädten oder auf dem Land. Hamburg ist so ein Beispiel. In der zweitgrößten Stadt Deutschlands schießen vegane Läden zwar nicht wie Pilze aus dem Boden, aber immerhin mit schöner Regelmäßigkeit.

Als Lübecker muss man da mal ab und an bei großen Nachbarn schauen, was der Stand der Dinge ist. Und weil man als Veganer zumeist ein besonderes Bewusstsein für den Erhalt der Umwelt hat, sollte diese Reise möglichst umweltschonend stattfinden- und zwar mit dem Fahrrad.  Auf diese Weise kamen ganze 165 Kilometer Raddelstrecke zusammen – da soll noch einer sagen, vegane Ernährung sei nichts für Sportler…

Das fairy food in der Langen Reihe

Das fairy food in der Langen Reihe

Es ist ein herrlicher Sommertag im Juli. Am Himmel sind fast keine Wolken zu sehen, und auch der Wind weht kaum merklich. Ideale Voraussetzungen also für unsere vegane Stippvisite in Hamburg. Auf dem Programm stehen ein Besuch im Restaurant fairy food (Lange Reihe, St. Georg) sowie im veganen Supermarkt Veganz (Schützenstr. 21, Altona).

Wir verlassen Lübeck über die B75, dann geht es weiter durch Reinfeld bis Bad Oldesloe. Zwischen den beiden Städten lässt uns mal kurz der Radweg im Stich, so dass wir uns unters motorisierte Volk mischen müssen. Wenigstens hält sich der Verkehr heute Grenzen. Zufrieden stellen wir auch fest, dass man vor Bad Oldesloe dabei ist, den fehlenden Radweg neu zu bauen.

fairy food: Rohkostsandwich mit Frischkäse

fairy food: Rohkostsandwich mit Frischkäse

Weiter gehts durch Bargteheide und Ahrensburg, wo Radler etwas umständlich durch die Stadtmitte geleitet werden. Kurz darauf haben wir bei Kilometer 55 Hamburgischen Boden unter den Laufrädern. In Hamburg-Bergstedt erinnert erstmal wenig an eine reiche Hansestadt. Nicht einmal die Bürgersteige sind gepflastert, und Schlaglöcher, Kuhlen und Dellen machen das Radfahren zur Rüttelpartie.

In Wandsbek ist Hindernisfahren angesagt. Fußgänger laufen reihenweise auf den schmalen Radweg, die Klingel ist im Dauerbetrieb. In St. Georg schnauzt uns ein Autler an, weil wir ihm in einer Einbahnstraße entgegenkommen. Dass sie in dieser Richtung für Radfahrer freigegeben ist, hat der Tölpel nicht bemerkt.

fairy food: "Deutsches Gericht"

fairy food: "Deutsches Gericht"

Bei Kilometer 71 parken wir unsere Räder vor dem Restaurant fairy food in der Langen Reihe 47. „Finest vegan & raw food“ lautet der Slogan des kleinen Lokals. Um auch mal raw food, also Rohkost zu probieren, lassen wir uns als Vorspeise ein Rohkostsandwich mit Frischkäsefüllung schmecken. Lecker! Der vegane Frischkäse ist geschmacklich wie optisch vom Milchprodukt nicht zu unterscheiden. Das Rohkostbrot ist zwar nicht so dick und weich, wie herkömmliches Sandwichbrot. Dafür kommt es dünn, knackig und würzig daher – also keine übliche Weißmehlpappe.

Als Hauptspeise landet „Deutsch“ sowie „Amerikanisch“ auf unseren Tellern. Bei „Deutsch“ wird deutsche Hausmannskost mit Saitan und Gemüse nachmodelliert. Geschmacklich hätte die Speise aus der Küche einer x-beliebigen gutbürgerlichen Hausfrau aus einer x-beliebigen spießigen Kleinstadt stammen können – im Positiven wie im Negativen.

„Amerikanisch“ war der Versuch, Barbecuefleisch mit entsprechender Sauce zu imitieren. Die Tofufladen in der blutroten Soße schmecken durchaus lecker, erinnern aber kaum an das amerikanische Leichengrillen.

Unser Urteil: Ein netter Laden mit ambitionierter Karte und guter Küche. Zu meckern gibt es fast nichts – außer vielleicht, dass die teils exotischen Gerichte Noch-nicht-Veganer überfordern könnten.

Veganz Hamburg

Veganz Hamburg

Mit vollem Magen stürzen wir uns wieder ins Hamburger Verkehrsgetümmel. Knapp  sieben Kilometer trennen uns von Veganz (Schützenstr. 21, Altona). Die Hamburger Dependance der veganen Supermarktkette hat neu eröffnet und versorgt Veganer mit allem, was die Küche an Zutaten braucht. Das Praktische: Da alle Produkte vegan sind, entfällt das lästige Studieren der Zutatenlisten. Außerdem lässt sich so schnell und unkompliziert eine gute Übersicht über die große Bandbreite veganer Produkte gewinnen. In unseren Packtaschen landen ein paar vegane Grillwürste, denn Sommer ist Grillsaison. Zum Schluss schlecken wir noch ein leckeres Softeis aus Reismilch, dann geht es wieder auf die Sättel.

Über Ammersbek, Bargteheide, Hammor, Steinhorst, Schiphorst, Labenz, Kastorf, Bliesdorf und Kronsforde radeln wir zurück nach Lübeck. In Hammor fällt uns eine verlogene Imagewerbung des Bauernverbandes Schleswig-Holstein auf (siehe hier). Zuhause stehen knapp 165 Kilometer auf unseren Tachos. Diese Strecke werden wird demnächst wohl mit Fahrradanhängern zurücklegen müssen – zum veganen Großeinkauf im Veganz.

 

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