Veganes Schlemmen in Berlin

Restaurant "Kopps" am Koppenplatz, Berlin-Mitte

Restaurant "Kopps" am Koppenplatz, Berlin-Mitte (Foto: fs)

Auch wir von Lübeck-Vegan müssen regelmäßig mal raus und Großstadtluft schnuppern. Richtige Großstadtluft, nicht das laue Provinzlüftchen, das durch Lübeck wabert. Also haben wir uns mal wieder auf nach Berlin gemacht, um den Asphaltdschungel zu erkunden.

Das macht natürlich hungrig. Kein Problem, denn Berlin hat für hungrige Veganer einiges zu bieten. Verpflegt haben wir uns jeweils morgens im Kopps und abends im Vöner. Zwei Restaurants, die recht unterschiedliche kulinarische Ansätze verfolgen: Das Kopps steht für raffinierte und gehobene vegane Küche, während es Vöner-Restaurant eher schnell und imbissig zugeht.

Beides ist extrem lecker, extrem friedlich und extrem sättigend!

Kopps (Linienstr. 94, Berlin-Mitte)

Björn Moschinski ist in veganen Kreisen kein Unbekannter. Es gibt sogar Fleischesser, die den Spitzenkoch kennen und schätzen. Und das, obwohl Moschinski kein gelernter Koch, sondern eigentlich Grafiker ist. Mit Kunst hat jedenfalls beides zu tun. Schließlich zählt, was auf dem Teller landet – formale Ausbildung hin oder her.

Nachdem er sich zum Küchenchef des veganen Restaurants La Mano Verde gekocht hatte, eröffnete er das Kopps als eigenes Projekt. Und das mit allerbestem Erfolg. Küche und Ambiente sind anspruchsvoll und gehoben, das Preisniveau dabei erfreulich auf dem Boden geblieben.

Uns hat es diesmal das Brunchbuffet angetan. Für 12,90 € lässt sich fürstlich der Magen vollschlagen, wobei die Auswahl weit größer ist, als sich an einem Vormittag essen lässt. Da gibt es ganz traditionell Brötchen, die sich mit Käse, Wurst oder Gemüsecremes belegen respektive bestreichen lassen. Weiterhin stehen jede Menge kalter Salate, Rührei, Eiersalat und zartes Streichmett bereit – alles natürlich zu 100% vegan. Auch an den Tofu-Joghurt für das Müsli wurde gedacht.

Wem das noch nicht reicht, der kann sich auch warme Speisen auf den Teller schippen. Ob Bratkartoffeln, Nudeln, Pilze oder indisches Curry – für jeden Geschmack ist garantiert etwas dabei. Abgerundet wird das alles durch Süßspeisen wie kleine Küchlein oder leckeres Mousse au Chocolat.

Und als wir nach zwei Stunden kulinarischer Verwertungsarbeit gemästet aus dem Kopps rollten, war uns klar: Besser lässt sich für den günstigen Preis kaum vegan brunchen.

 

Vöner (Boxhagener Str. 56, Berlin-Friedrichshain)

Keine Frage, der Vöner ist eine Institution. Oder heisst es vielleicht eher “das” Vöner? Wie dem auch sei, Vöner heisst nicht nur das Restaurant, sondern auch seine Hauptattraktion: der vegane Döner. Übrigens der erste, der in Deutschland entwickelt worden ist.

Erhältlich ist dieser klassisch im Fladenbrot sowie als Vönerteller mit Salat und Pommes. Wobei es schon an eine Beleidigung grenzt, die leckeren Kartoffelstreifen mit dem gleichen Begriff zu benennen, der für die üblichen triefig-fettigen Kartoffelstreifen verwendet wird. Immerhin haben die Kartoffeln Demeter-Qualität und werden mit Schale in Streifen geschnitten und fritiert. Serviert werden sie dann mit fritierten Zwiebelstreifen und veganen Saucen nach Wahl.

Im Vöner geht es gemütlich zu, und durch den kleinen Raum weht ein sympathischer Hauch links-alternativen Aktivistentums. Hier geht es nicht so sehr ums Geschäft, sondern um Idealismus, um die gemeinsame Sache des Veganismus. Und genau deshalb sind auch Fleischesser willkommen im Vöner. Denn was eignet sich besser, um von der Überflüssigkeit tierlicher Produkte zu überzeugen, als ein Vöner – ein veganer Döner?

Doch das Konzept (so es denn eins gibt) geht auf: Zu jeder Zeit war das kleine Restaurant bestens besucht und Sitzplätze Mangelware. Nicht schlimm, ein Plätzchen findet sich immer und zur Not rückt man eben zusammen. Der Vöner macht also nicht nur satt, sondern verbindet auch. Ein Muss für jeden Veganer, der Berlin besucht!

 

 

 

 

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